Einleitung

Der Begriff Akustikbau wird häufig als Synonym für Trockenbau verwendet. Das ist in jedem Falle zutreffend, denn alle Innenausbauten prägen nachhaltig die Akustik innerhalb eines Gebäudes oder Raumes. Vom Akustikbau im engeren Sinne sprechen wir also, wenn es darum geht, die Schallausbreitung innerhalb eines Gebäudes oder Raumes durch bauliche Maßnahmen zielgerichtet zu beeinflussen: zu dämpfen, zu dämmen, aber auch zu optimieren oder zu kanalisieren.


Schall sind Schwingungen

Unter Akustik wird im Allgemeinen die Lehre vom Schall und seiner Ausbreitung verstanden. Sie ist Teil der mechanischen Schwingungs- und Wellenlehre. Beschäftigt sich die Elektroakustik mit den Umwandlungsprozessen zwischen mechanischen und elektrischen Schwingungen, untersuchen Raumakustiker die durch den Widerhall beeinflusste Klangübermittlung in geschlossenen Räumen.


Material und Geometrie

Zur Übertragung von Schallwellen ist zwingend Luft oder ein anderes elastisches Medium notwendig. Flächen und Formen reflektieren diese mechanischen Schwingungen und erzeugen einen Nachhall, bzw. Widerhall, oder absorbieren den Schall mehr oder weniger stark. Das ist unter anderem abhängig von den Frequenzen dieser Wellen, aber auch von Material und Geometrie der Flächen sowie dem Raumvolumen. Schlimmstenfalls entstehen in einem Raum sogenannte Interferenzen, Überlagerungen zweier oder mehrerer Wellenzüge, die Ton zu belastendem Lärm machen oder Sprache bis zur Unverständlichkeit verzerren können. Schallwellen können mechanische Körper zerstören, in dem sie sie zu Eigenschwingungen anregen.

Die sprichwörtliche Schallgeschwindigkeit bezieht sich auf Luft und beträgt etwa 332 Meter in der Sekunde. Sie variiert in Abhängigkeit von der Tonfrequenz und dem Übertragungsmedium.

Das menschliche Ohr nimmt im Normalfall Schallwellen von circa 16 Hertz bis 20 Kilohertz als tiefe bzw. hohe und höchste Töne, Klänge, Geräusche oder als Knall war.

Soziale Übertragungsfunktionen von Schall

  • Informationen
  • Emotionen

"Musik wird störend oft empfunden, derweil sie mit Geräusch verbunden", dichtete schon Wilhelm Busch. Schall als Welle verfügt über eine Amplitude. Das ist der Ausschlag einer Schwingung aus der Mittellage: Je größer, umso lauter. Messbar ist dieser Ausschlag als Schalldruck (in Pascal, Pa) oder als Schalldruckpegel (in Dezibel, dB).

Im menschlichen Zusammenleben ist oftmals von der Zimmerlautstärke die Rede. Sie ist eine eher subjektive Größe meist zwischen etwa 60 bis 75 Dezibel. Die DIN 4109 über die Erforderliche Luftschalldämmung zum Schutz gegen Schallübertragung aus einem fremden Wohn- oder Arbeitsbereich geht davon aus, dass in einem zu Wohnzwecken abgegrenzten Nutzungsbereich 80 dB nicht überschritten werden. Sie schreibt die Dämmmaßnahmen vor, die ergriffen werden müssen, um die Schallemissionen auf höchstens 30 bis 40 dB oder weniger herunterzudämmen, so dass sie möglichst kaum noch wahrnehmbar sind.

Die Schmerzgrenze für das menschliche Gehör liegt übrigens bei 120 Dezibel.

Lärm, vor allem dauerhafter oder Lärm mit Spitzenwerten, kann verheerende Folgen für den menschlichen Organismus haben.


Belastende Auswirkungen von Schall

  • Schlafstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Schäden des Hörsystems
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • soziales Fehlverhalten wie Aggressivität, Hyperaktivität


Ohne Hören wäre der Mensch nicht, was er ist. Wir verständigen uns vor allem über unsere Sprache. Ich höre dir zu! Ich höre auf Dich! Jemand hört nicht, oder hört er nur nicht hin? Wer nicht Hören will, muss fühlen. Des Einen Musik ist des Anderen Qual. Hören ist also etwas sehr subjektiv Gefärbtes.

Objektiv fixierbar sind akustische Qualitäten eines Raumes durch die Nachhallzeit. Diese physikalische Messgröße gibt Aufschluss darüber, wie lange eine Schallquelle nach ihrem Verstummen in ihm nachklingt. Sie wird außer durch die schalltechnische Beschaffenheit der Raumbegrenzungsflächen auch durch im Raum befindliche Einrichtungsgegenstände und durch die Anwesenheit von Personen oder anderen Lebewesen beeinflusst.

Für uns als "soziale Empfänger" ist es von lebenswichtiger Bedeutung, den Schall zweifelsfrei so aufzunehmen, wie er den "Sender" verlassen hat, bzw. von diesem gemeint war. Dazu bedarf es in Gebäuden und Räumen baulicher Maßnahmen, die dies gewährleisten. Mindestens genau so wichtig ist es, uns vor ungewollten Schallbelastungen und -belästigungen schützen.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, Akustikbau

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