Hörsamkeit

Der Begriff Hörsamkeit meint die (positiven) Eigenschaften eines Raumes für Schalldarbietungen, vor allem also Musik und Sprache. Möglichst uneingeschränkte Sprachverständlichkeit oder ein akustisch ungetrübter Musikgenuss machen eine gute Hörsamkeit aus.

Zielstellung ist anders als bei der Schalldämmung nicht die reine Minimierung von Nachhall, sondern es geht um die akustische Optimierung. Und zwar vor allem von Konzertsälen und Theaterräumen, Kirchen oder Konferenzräumen, Räumen, wo also meist viele Menschen einer akustische Darbietung folgen sollen. Erzeugung von Wohlklang ist jedoch vielfach eine zumindest zweidimensionale Angelegenheit. Wenn zwei Menschen am gleichen Platze dem gleichen Konzert folgen, muss der ästhetische Genuss der Beiden längst nicht identisch sein.

Auch für die Hörsamkeit spielt die Nachhallzeit eine wesentliche Rolle. Je länger die Nachhallzeiten, desto lauter erscheinen die Schallquellen. Zugleich werden sie aber undeutlicher wahrgenommen.

Die Nachhallzeit hängt nicht zuletzt vom Volumen und der Nutzung eines Raumes ab.

Deshalb unterscheidet die DIN 18041 zwei Gruppen von Räumen:

  • Gruppe 1: Räume, in denen es auf eine gute Hörsamkeit über größere Entfernungen ankommt (Hörsäle, Vortragsräume, Kinos etc.)

Zielstellung ist ein Optimum zwischen der Lautstärke und der Deutlichkeit der Quelle. Deshalb definiert die Vorschrift Anforderungen an die Nachhallzeit für jeden Raumtyp.

  • Gruppe 2: Räume, in denen es primär um Lärmminderung geht und eine gute Hörsamkeit nur über kurze Entfernungen gewünscht ist (Büros, Restaurants, Verkaufsräume etc.)

Damit es hier also nicht zu laut wird, geht es vorrangig um die Definition von raumakustischen Maßnahmen wie der Beschaffenheit der Wand- und Deckenoberflächen zur Schalldämmung oder dem Einsatz von Schallabsorbern.

Zielstellung ist neben der Sprachverständlichkeit auch die Minimierung gesundheitlicher Gefahren durch Lärmbelastungen, der Erhalt der Konzentrationsfähigkeit bei geistigen Tätigkeiten.


Hörsamkeit im Wohnzimmer

Dass Hörsamkeit durchaus auch ein Kriterium für die raumakustische Gestaltung unserer eigenen vier Wände sein kann, ist in Zeiten moderner Unterhaltungselektronik fast eine Binsenweisheit. Immer mehr Trocken- und Akustikbauer bieten entsprechende Lösungen für den Innenausbau an.



(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, Akustikbau

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