Schallschutz

Unter baulichem Schallschutz verstehen wir alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Ausbreitung von Schallwellen innerhalb eines Gebäudes, zwischen verschiedenen Nutzungsbereichen beispielsweise, oder in das Gebäude hinein oder aus ihm heraus zu minimieren.

Um sicherzustellen, dass die Geräuschemission in Höhe von maximal 75 bis 80 dB des einen Nutzungsbereiches in einem angrenzenden anderen Nutzungsbereich kaum wahrnehmbar ist, schreibt die DIN 4109 sehr detailliert die erforderlichen Schallschutzwerte vor.

Einige Schalldämmwerte (Luftschalldämmung)

  • Wohnungstrennwände normal: 53 dB / erhöht: 55 dB
  • Trennwände innerhalb von Wohnungen normal: 40 dB / erhöht: 47 dB
  • Bürowände normal: 37 dB / erhöht: 42 dB
  • Treppenhäuser normal: 52 dB / erhöht: 55 dB

Für Gewerbelärm gelten in der Regel deutlich strengere Schallschutzvorschriften.

Luftschalldämmung wird in der Regel durch bauliche Maßnahmen an Decken und Wänden realisiert. Ähnliche Vorschriften gibt es auch für den "Schallschutz nach unten", die Trittschalldämmung.

Um die vorgeschriebenen Dämmwerte zu erreichen, ist es erforderlich, den Innenausbau hinsichtlich der verwendeten Materialien und Bauelemente entsprechend dimensioniert und in der erforderlichen Mindestqualität vorzunehmen. Dies zu berechnen verlangt eine hohe fachliche Qualifikation. Anbieter von Trockenbausystemen stellen im Internet auch sogenannte Akustikrechner bereit, mit deren Hilfe Architekten und versierte Trockenbauspezialisten diese Berechnungen vornehmen können. Wer im Do-it-yourself-Verfahren bauakustisch relevante Einbauten vornehmen möchte, sollte sich von einem anerkannten Fachbetrieb in der Planung unterstützen lassen.


Böden

Zur Trittschall- und Wärmedämmung von Böden werden diese in der Regel heute mehrschichtig als sogenannte Hohlraumböden aufgebaut.

Auf dem Rohboden werden in den meisten Fällen zunächst die Installationen wie Heizungsrohre, elektrische Leitungen etc. verlegt und mit einer Trockenschüttung ausgeglichen. Zum Schutz der Trockenschüttung gegen Durchfeuchtung von unten ist der Boden zuvor mit einer PU-Folie überlappend zu belegen. Die Schüttung sollte bereits eine dämmende oder dämpfende Wirkung haben.

Üblicherweise werden auf der Trockenschichtung die eigentlichen Dämmelemente verlegt. Dazu eignen sich spezielle Polystyrol-, Holzfaser- oder Korkplatten, Mineraldämmstoffe oder Ähnliches. Diese werden dann mit einem folienbeschichteten Papier als sogenannte Schrenzlage bedeckt und mit Fließestrich auf Sollhöhe gebracht. Zu den Seitenwänden hin ist der schwimmende Estrich mit Dämmstreifen gegen Schallleitung zu entkoppeln. Auch der Estrich kann zusätzliche Dämmmaterialien als Zuschlagstoffe enthalten.

Verschiedene Hersteller bieten jeweils komplette Systeme für den Bodenbereich ein. Es gibt auch Trockenestrich als Verbundplatten mit hoher schall- und wärmedämmender Wirkung. Sie bieten den Vorteil der schnellen, sauberen Verlegung und der Möglichkeit der sofortigen Weiterverarbeitung.

Insbesondere bei Zwischenböden auf Holzbalkendecken kann es erforderlich sein, zuvor durch Verstärkungen oder Verstrebungen das eigene Schwingverhalten der vorhandenen Konstruktion zu dämpfen. Aber Achtung, den Statiker wegen der Tragfähigkeit konsultieren!

Eine weitere Dämmung im Bodenbereich lässt sich gut durch den Endbelag und gegebenenfalls darunter einzubringende Akustikmatten, Rollenkork etc. erzielen.

Für wirklich optimale Ergebnisse empfiehlt es sich, mit den entsprechenden Fachleuten den Aufbau des Bodens vor Ort zu planen und entsprechend der Gegebenheiten professionell realisieren zu lassen.

Im Industriebau werden vielfach Doppelböden als Ständerböden eingezogen, um eine stete Zugänglichkeit zu den Installationen zu gewährleisten. Hier wird gelegentlich auch mit Einblasdämmungen gearbeitet.


Decken

Rohdecken nicht nur zu verputzen, sondern abzuhängen und mit Gipskartonplatten zu bekleiden hat den Vorteil, dass dadurch ausreichend Platz für Dämmstoffe entsteht.

Zusätzlich können Akustikputze oder Schäume mit Schall reflektierender oder absorbierender Wirkung aufgebracht werden. In besonderen Fällen ist die Bekleidung der Gipskartonplatten mit Noppenschaumstoffen möglich. Kaschierte Tapeten oder Vliese können ebenfalls deutlich zur Schalldämmung beitragen.

Abgehängte Decken bieten sich zudem für die Aufnahme von Lautsprechern, Beamern oder Effektbeleuchtungen an.

Besondere Akustikdecken sind in der Regel modulare, aus speziell bespannten und gefütterten Elementen gefertigte Systeme, die an teilweise auch zusätzlich schwingungsgedämpften Trägern befestigt werden. Zur Verstärkung der dämmenden oder dämpfenden Wirkung haben sie oft auch eine Perforation. Solche Spanndecken dienen in Großraumbüros beispielsweise dazu, die Lärmbelastung zwischen den verschiedenen Arbeitsplätzen möglichst gering zu halten.

Zu den neueren Verfahren der Schalldämmung bei abgehängten Decken gehört die sogenannte Hohlraumbedämpfung. Hier werden die Hohlräume nicht mehr kompakt mit Dämmmaterial befüllt, sondern die Schallabsorption im Hohlraum selbst durch die Beschichtung verbessert. Entsprechende Verfahren für Gebäude in der Skelettbauweise mit Leichtbauwänden werden von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) getestet.

Eine Methode der Schalldämmung, die weit in die menschliche Geschichte zurückreicht, ist die Befestigung von Absorbern an der Decke. Heute bestehen diese manchmal auch "Lärmampel" genannten Elemente aus für die jeweilig zu "schluckende" Frequenz optimierten Hightech-Materialien. Da hängen manchmal futuristisch gestylte Kegel oder Rollen an federnd befestigten Haken, oder es drehen sich Schallsegel computergesteuert in die Richtung der Lärmquelle. Ähnliche Effekte wie mit der Verwendung von Absorbern lassen sich auch durch Deckengeometrien erzeugen. Doch um hier nicht einfache Spielereien oder ledigliche Designerlösungen einzubauen, sondern tatsächlich Wirksamkeit zu erzielen, bedarf es des Know-hows eines erfahrenen Akustikbauers.

Zum gleichen Zweck wurden im Übrigen schon zu Rokoko- und Biedermeier-Zeiten schlicht Stoffe an Decken und Wänden verspannt oder, um den Hall in der Steinzeithöhle zu dämpfen, einfach die primitiven häuslichen Utensilien an der Decke aufgehängt und Felle ausgebreitet.


Wände

Für die akustische Dämmung von Wänden gilt grundsätzlich das zu Decken Gesagte.

Vielfach werden vorhandene Wände zur Schalldämmung mit Vorsatzschalen versehen. Hierbei sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass das neu zu errichtende Ständerwerk möglichst akustisch entkoppelt von der Bestandsmauer aufgebaut wird. Also keine festen Verbindungen wie Schrauben, Bolzen etc., sondern gegebenenfalls dämpfende Elemente oder Federabhängungen dazwischenfügen. Auch schlichte Silikonfugen wirken manches Mal wahre Wunder.

Ähnlich wie Akustikdecken gibt es auch spezielle Akustikwände, die aus vorgefertigten Elementen montiert werden. Hier kommt es sehr auf den speziellen Zweck an, für welchen Anbieter man sich entscheidet. Vorher also Klarheit schaffen, welche Kriterien die neue Zwischenwand oder die Wandbekleidung erfüllen soll.


Weitere Informationen zum Ausbau von Böden, Decken und Wänden finden Sie in unserem Fachportal Trockenbau!



(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, Akustikbau

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